seilbahn.net | Projekte | Zukunft | 2019-02-01

Khtai-Hochoetz: Umsichtige Planung und freiwillige Vorprfungen

Seit zehn Jahren gibt es einen Kartenverbund zwischen den beiden sowohl bei Einheimischen wie Gsten sehr beliebten Skigebieten, mittelfristig soll es eine Verbindung geben. Bei den Planungen setzen die beiden Bergbahnen Hochoetz und Khtai auf Behutsamkeit. Ein Vorprojekt wurde 2017 freiwillig eingereicht, vom Land Tirol geprft und befunden, dass keine grundstzlichen Ausschlieungsgrnde gegen das Projekt sprechen. Im Dezember 2018 wurde ebenfalls freiwillig ein Umweltvertrglichkeitskonzept abgegeben erst auf dieser Basis soll das Detailprojekt ausgearbeitet werden. Halbwahrheiten und Gerchte wollen die Betreiber aus dem Weg rumen so sind etwa die Feldringer Bden von der neuen Verbindung nicht betroffen.

(Oetz/Khtai) Die Bergbahnen Khtai und Hochoetz beschftigen sich schon seit vielen Jahren mit einer mglichen Verbindung der Skigebiete. Besonders wichtig war es uns dabei immer, das Projekt auf Herz und Nieren zu prfen, bevor wir fr eine konkrete Entscheidung den Weg einer Umweltvertrglichkeitsprfung beschreiten, betont Hansjrg Falkner, Brgermeister von Oetz und Aufsichtsratsvorsitzender der Bergbahnen Hochoetz. Da inzwischen jedoch sehr viele Informationen, die zum Teil nicht dem tatschlichen Status quo entsprechen, herumgeistern bzw. bewusst gestreut werden und so den Weg auch bis ins deutsche Hauptabendprogramm gefunden haben, ist es uns wichtig, ber den tatschlichen Projektstand umfassend zu informieren, so Falkner.

Behutsame Vorgangsweise & freiwillige Vorprfungen. Im Jahr 2015 wurde die Firma ILF Consulting Engineers beauftragt, bereits bestehende Ideen in alle Richtungen u.a. in den Bereichen Umweltschutz, Wirtschaftlichkeit, technischer Machbarkeit etc. zu prfen. Aus insgesamt fnf Varianten kristallisierte sich ein Projekt heraus, das in einer weiteren Phase als Vorprojekt ausgearbeitet wurde, um es diese freiwillige Mglichkeit bietet das Land Tirol Projektwerbern an fr eine Stellungnahme bei der Behrde einzureichen. Dies ist im Mai 2017 erfolgt. Im April 2018 haben wir die Stellungnahme erhalten, dass gegen das eingereichte Vorprojekt keine grundstzlichen Ausschlieungsgrnde vorliegen, fasst Philip Haslwanter, GF der Bergbahnen Khtai, die bisherige Historie zusammen: Das Abwarten dieser Stellungnahme war uns fr die Planungssicherheit wichtig. Erst nach dem Erhalt starteten wir erste informelle Gesprche mit den Grundbesitzern Gemeinden bzw. Agrargemeinschaften. Auch hier ergaben sich erwartungsgem nderungswnsche, da Einwnde von Grundbesitzern natrlich zu bercksichtigen sind.

Aktueller Projektstand: UVE kommt vor UVP. Auf Basis dieser Gesprche wurde dann ein Umweltvertrglichkeitskonzept erarbeitet. Das Umweltvertrglichkeitskonzept ist im Rahmen einer Umweltvertrglichkeitserklrung sozusagen die Inhaltsangabe zum gesamten Projekt, betonen die beiden Bergbahnverantwortlichen. Auch hierfr bietet die Behrde an, dieses Konzept wiederum freiwillig vorab zu prfen. Dieses Angebot haben wir nun ebenfalls gerne in Anspruch genommen und das Umweltvertrglichkeitskonzept am 21. Dezember 2018 eingereicht. Mit einer Stellungnahme dazu ist frhestens Ende Mrz zu rechnen, eine Einreichung des anschlieend auszuarbeitenden Detailprojektes zur Umweltvertrglichkeitserklrung nach UVP-Gesetz ist so frhestens zwei Jahre spter mglich, betonen Falkner und Haslwanter zum aktuellen Projektstand.

Gerchten & Halbwahrheiten begegnen wir mit Fakten. Die aktuell betriebene Polemik von Projektgegnern msse man zur Kenntnis nehmen, ihr aber jetzt auch konsequent entgegentreten, sind sich Falkner und Haslwanter einig: Unser Bestreben war es immer, mit Daten und Fakten, die einer berprfungen stand halten, an die ffentlichkeit zu gehen und keine Unsicherheiten zu verbreiten. Leider wird derzeit aber ein sehr einseitiges Bild gezeichnet, das mit der Realitt nichts zu tun hat. Dagegen verwehren wir uns und wollen den Gerchten und Halbwahrheiten offensiv begegnen.

Die Feldringer Bden bleiben unberhrt. Konkret seien in der aktuellen Projektstudie drei Seilbahnen fr die Verbindung vorgesehen - und nicht fnf wie von Kritikern behauptet. Liftsttzen oder Pisten im Gebiet der Feldringer Bden werde es mit Sicherheit nicht geben auch wenn Kritiker diese Unwahrheit derzeit noch so oft verbreiten wrden. Zudem sei auch keine Talabfahrt geplant und auch die Sommernutzung ausgeschlossen. In der zu errichtenden Bergstation auf dem Schafjoch werde es neben Toiletten auch ein Restaurant geben. Aprs Ski mit lauter Musik wird man hier entgegen den irrefhrenden Behauptungen nicht finden. Und aufgrund der begrenzten ffnungszeiten ist abendliche Ruhe garantiert, betonen Falkner und Haslwanter unisono.

Wichtiger Impuls fr die Bevlkerung. Die angestrebte Verbindung hat fr uns vor allem langfristige Bedeutung. Wir erinnern uns in Oetz sehr gut an die 1990er Jahre, als unser Skigebiet massiv unter Druck stand. Ohne den damals erfolgten Ausbau stnde der Ort wirtschaftlich und touristisch heute nicht da, wo er jetzt steht, verdeutlicht Falkner den Wert des Projekts fr die ansssige Bevlkerung. Wenn wir konkurrenzfhig bleiben wollen, dann steht dieser Verbund fr neue Perspektiven in der gesamten Region!

Das Khtai steht gemeinsam hinter der neuen Verbindung. Davon ist auch Landtagsabgeordneter Mario Gerber, selbst Hotelier im Khtai, berzeugt: Wir mchten den Lebens- und Wirtschaftsraum mit dieser nachhaltigen Investition langfristig absichern. Wir stehen hinter dem Projekt, weil wir glauben, dass es fr die beteiligten Regionen langfristig eine Strkung des Wirtschaftsstandorts bedeutet, von der die hier lebenden Menschen direkt profitieren. Dass fr uns die Schonung der Ressourcen genauso wichtig ist wie fr all jene, die dies lautstark betonen, versteht sich von selbst. Das Khtai stehe hinter dem Projekt, so Gerber, weil man vom langfristig positiven Effekt berzeugt sei das ganze Tal bis nach Kematen profitiert. Zuletzt hatten sich alle 37 Khtaier Wirtschaftstreibenden in einer gemeinsamen Erklrung einstimmig fr einen Zusammenschluss ausgesprochen.

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